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Neue Studie: Alarmierende Wissenslücken bei Verhütung in Österreich

Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen, dass in Österreich nach wie vor erheblicher Aufklärungsbedarf besteht.

Zur Entlastung von Frauen müssen Aufklärung über Verhütung gestärkt und Männer stärker eingebunden werden.

Eine aktuelle Untersuchung des österreichischen Gesundheitsunternehmens Gynial wirft ein alarmierendes Licht auf das Wissen speziell von jungen Menschen rund um Themen wie Verhütung und sexuell übertragbare Krankheiten. Anlass war der Weltverhütungstag am 26. September 2025, zu dem das Unternehmen die Informationssituation österreichischer Jugendlicher und junger Erwachsener unter die Lupe nahm. Die Ergebnisse machen deutlich: Viele fühlen sich nicht ausreichend informiert, und die Verantwortung für Verhütung ist nach wie vor sehr ungleich verteilt.

Verhütung bleibt zu oft Frauensache

Die Studie zeigt, dass 37 % der befragten Jugendlichen überzeugt sind, dass Verhütung allein Frauensache ist. Dieser Wert verdeutlicht, wie groß die Wissenslücke in dieser Altersgruppe ist und welche Folgen sie haben kann – vor allem für junge Frauen. Gleichzeitig geben nur 69 % der Jugendlichen in einer Partnerschaft an, regelmäßig über Verhütung zu sprechen, und lediglich 36 % suchen das Gespräch mit den Eltern.

Oliver Bannert, Geschäftsführer von Gynial Österreich, kommentiert die Ergebnisse: „Die Ergebnisse bei Jugendlichen sind besorgniserregend und zeigen deutlich, wie wichtig umfassende Aufklärung ist. Wir alle tragen Verantwortung, jungen Menschen einen bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit ihrer Gesundheit zu vermitteln. Es braucht deshalb verstärkte Aufklärungsarbeit in der Gesellschaft.“

imi Klinik Wien | Verhütung Frau & Mann

Testverhalten und Risikoaufklärung

Die Studie macht deutlich, dass das Testverhalten in puncto sexuell übertragbare Krankheiten (STIs) sehr lückenhaft ist. Nur 22 % der Jugendlichen lassen sich regelmäßig testen, während 54 % bisher noch nie einen Test gemacht haben. Gleichzeitig wurden 13 % der Befragten bereits positiv auf eine STI getestet. Diese Zahlen zeigen, dass ein erheblicher Teil der jungen Bevölkerung Risiken eingeht, ohne sich ausreichend abzusichern.

Besonders kritisch ist, dass die Nutzung von Kondomen nach wie vor nicht selbstverständlich ist: 59 % der Jugendlichen hatten schon ungeschützten Sex ohne negatives Testergebnis des Partners, 26 % verzichten bei neuen Sexualpartnern auf ein Kondom, und 27 % wurden von ihren Partnern überredet, das Kondom wegzulassen. Hier zeigt sich ein deutliches Geschlechtergefälle: Männer geben an, beim Sex mit Kondom weniger Befriedigung zu verspüren, was den Rückzug des Kondoms weiter begünstigt.

Geschlechterrollen und Kostenfrage

Die Untersuchung offenbart zudem ein klares Ungleichgewicht bei der Verantwortung: 79 % der Frauen wünschen sich, dass Männer mehr Verantwortung bei der Verhütung übernehmen. Immer noch 56 % der jungen Frauen tragen den Großteil der Kosten für Verhütungsmittel, während nur 38 % die Kosten fair mit ihrem Partner teilen. Gleichzeitig gibt etwa jeder sechste Mann an, nicht zu wissen oder nicht wissen zu wollen, wie seine Partnerin verhütet. 28 % der Männer schieben die Verantwortung auf Frauen ab, weil sie sie bei sich selbst nicht sehen.

Fehlendes Wissen und trügerische Sicherheit

Obwohl Männer in vielen Bereichen der Verhütung deutlich weniger informiert sind, fühlen sie sich häufig ausreichend vorbereitet: 43 % der Männer glauben, dass sie in der Schule genug über Sexualaufklärung und Verhütung gelernt haben, während dies von nur 37 % der Frauen geäußert wird. Ein weiterer Irrglaube zeigt sich beim HPV-Virus: 18 % der Männer gehen fälschlicherweise davon aus, dass HPV nur Frauen betreffen kann.

Oliver Bannert fasst zusammen: „Verhütung geht uns alle etwas an. Zu oft geben Männer die Verantwortung ab, obwohl sie von Wissen und Mitverantwortung profitieren würden. Denn die richtige Verhütungsmethode gibt allen Beteiligten, Frauen gleichermaßen wie Männern, Sicherheit und Freiheit. Bei Gynial steht das Wohlbefinden der Frau im Mittelpunkt. Deshalb engagieren wir uns für Aufklärung, die Frauen entlastet und Männer mit einbezieht.“

Erheblicher Aufklärungsbedarf

Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen, dass in Österreich nach wie vor erheblicher Aufklärungsbedarf bei Jugendlichen besteht, sowohl in Bezug auf Verhütung als auch auf STI-Prävention. Die Verantwortung sollte gleichmäßig verteilt werden, damit junge Menschen bewusster und sicherer mit ihrer sexuellen Gesundheit umgehen können. Die Daten von Gynial zeigen klar: Um Frauen zu entlasten und Risiken zu minimieren, müssen Aufklärung und Diskussion über Verhütung in der Gesellschaft weiter gestärkt werden – und Männer verstärkt aktiv eingebunden werden.

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